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Geschichte

Kleines Schmuckstück in der Dorfmitte

Das Schmissberger Schlachthaus wurde zu einem Treffpunkt für Jung und alt umgebaut. Die neue Dorfwirtschaft erfreut sich größte Beliebtheit. Zudem ist das Schlachthaus Ausdruck einer Aufbruchsstimmung die in Schmißberg herscht.

vom 14. Juli 2014 I Rudi Weber

Bauplan "Hohe Wiese" 2006

Jahrelange Planung und wie in Schmißberg üblich viel Eigenleistung gingen der Neugestaltung des Dorfplatzes in der „Hohen Wiese“ und dem Umbau des ehemaligen Schlachthauses voraus, bevor im Juli 2009 alles fertig war.

 

2005 / 2006 war die Schmißberger Dorfgemeinschaft in eine Krise geraten. Ausdruck dessen, war die Einstelllung der Schmißberger Kirmes, auch das seit Jahrzehnten bewährte ehrenamtliche Engagement ging zurück. Im Gemeinderat wurde diskutiert, dass die Zielgruppe aller Aktivitäten –und zwar aller Altersgruppen – nur die Dorfgemeinschaft selbst sein konnte. Es galt die über Generationen tragende sehr gute Zusammenarbeit im Dorf wiederzubeleben. „Jede Vision braucht aber möglichst konkret fassbare Identifikationspunkte. Der Plan bestand darin, einen sehr ansprechenden Dorfmittelpunkt zu gestalten und dabei das seit dem Aussterben der Landwirtschaft an einen Metzger verpachtete alte Schlachthaus um Sanitäranlagen zu erweitern und in sehr gemütlichem Stil zu renovieren, um es so wieder für die Dorfgemeinschaft nutzbar zu machen. Die Angebote sollten der Kommunikation untereinander und der Entspannung dienen –und zwar nicht in überdimensionierten Kirmesveranstaltungen, sondern in attraktiven Angeboten, die mit großer Verlässlichkeit stattfinden, damit neue Strukturen, auch neue ehrenamtliche Helfer, wachsen können.“ (Rudi Weber, Ein Dorf findet zu sich selber, in: Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld 2012, S. 83)

 

In Anwesenheit von Verbandsgemeindebürgermeister Dreyer, dem für Bau- und Dorferneuerungsfragen zuständigen Mitarbeiter der VG, Herbert Leyser und Kurt Schuldes von der Kreisverwaltung Birkenfeld, wurde in der Gemeinderatssitzung am 27.11.2007 beschlossen, die Neugestaltung des Dorfmittelpunktes in Angriff zu nehmen. Dreyer, Leyser und Schuldes sagten zu das gesamte Projekt, insbesondere bei Klärung der Finanzierungsfragen und bei der Planung zu unterstützen

 

Im Juli 2008 erfolgte der Spatenstich für den neuen Anbau eines Toiletten-Trakts an das ehemalige Schlachthaus, die Abflussrohre waren bereits in Eigenleistung verlegt. Auch die Fertigstellung der Bodenplatte und das Mauerwerk, erfolgte nach dem Prinzip „Selbst ist der Mann!“. Lediglich die Eindeckung des Daches in Schiefer wurde professionellen Dachdeckern überlassen. Rund 18.000 € des insgesamt 103.000 € teuren Projektes, die im Haushalt der Gemeinde eingeplant waren, wurden so durch mehr als 3000 freiwilligen Arbeitsstunden von Bürgern und Bürgerinnen der Gemeinde aufgebracht, wobei sich das weibliche Geschlecht insbesondere bei der Gestaltung der Aussenanlagen hervortat. Etwa 56.000 € kamen als Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz. Die Kreissparkasse Birkenfeld steuerte 7.000 € bei, die Schmißberger „Dorfschmiede“, ehemals Kirmesgemeinschaft, spendete 2.000 €. Letztlich mussten also nur 20.000 € aus Rücklagen der Gemeinde entnommen werden.

 

An Baufirmen aus der Region wurden Aufträge vergeben für die Neugestaltung der Freifläche vor dem Schlachthaus und dem ehemaligen alten Dorfbrunnen als Mittelpunkt. Der gut erhaltene etwa 2,50 Meter lange Brunnen aus Sandstein steht hier im Zusammenspiel mit dem gusseisernen Laufbrunnen an der gegenüberliegenden Seite des Platzes. Beide Brunnen werden übrigens mit Wasser aus dem ehemaligen Hochbehälter der Gemeinde versorgt, ebenfalls in Eigenleistung 2013 komplett renoviert.

 

Der Teer wurde entsorgt, Pflaster verlegt. Sandsteinquader für das halbrunde Sitzmäuerchen und einen Teil der Einfriedung wurde – von Herbert Leyser in Hoppstädten entdeckt – dem Abfallwirtschaftsbetrieb quasi von der Baggerschaufel gerissen. Finanziell ein Schnäppchen.

 

Neben den Blumen und Sträuchern belebt ein kleines Bächlein den Platz als beliebter Spielplatz für die kleinen Schmißberger. Ein Bouleplatz wird bei gutem Wetter ebenfalls gerne genutzt.

 

Heute stellt der Dorfplatz und das ehemalige „Schlachthaus“ ein Treffpunkt dar, den niemand mehr missen möchte. Auch auswärtige Gäste sind herzlich willkommen, z.B. um in kleinerer Runde im sehr gemütlichen Schlachthaus kleinere Familienfeiern abzuhalten.

 

 

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